| Als ich jünger war und offen |
| kannt ich diese Angst noch nicht |
| Frei war ich und voller Hoffen |
| war kein Urteil, kein Gericht |
| nur ein Vogel, bunt, mit Schwingen |
| Die kein Mensch zerbrochen hat |
| kannte Schwerter nicht und Zwingen |
| war im warmen Wind ein Blatt |
| Hab auf einem Pferd gesessen |
| das war alt, der Baum war grün |
| Habe Zeit und Pflicht vergessen |
| Prinz war ich und Harlekin |
| Von Unsterblichkeit und Sinn |
| hab ich meinen Traum verloren |
| dass ich nicht so einsam bin |
| hab ich Träumer mir geboren |
| und ich wärm sie, wenn sie frieren |
| und ich habe Angst um sie |
| Nirgends solln sie mitmarschieren |
| müde werden solln sie nie |
| Alt und lauwarm die Gedanken |
| Ich hab alles, was ich brauch |
| klare Grenzen, schöne Schranken |
| und die Alltagstode auch |
| Bin ein Kerkermeister heute |
| sperrte meine Seele ein |
| dass sie nichts und niemand reute |
| schläft sie in der Mauern Stein |